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Die Leichtathletinnen und Athleten am Eidgenössischen Turnfest

Zehnkampf

Als erstes möchte ich Valentin Hofstetter und Cedrin Schlager einen Kranz binden. Und nein, es geht beim Eidgenössischen Turnfest nicht nur darum, einen Kranz zu holen. Bei weitem nicht. Denn Valentin (Jahrgang 2003) und Cedrin (2002) mussten z.B. beim Zehnkampf gegen die Erwachsenen ran. (Ein eidgenössisches Turnfest mit über 60’000 Turnern bringt es nicht einmal zu Stande, zwei Kategorien beim Zehnkampf zu organisieren?!) Was das heisst? Unter anderem 7,257 kg schwere Kugeln beim Kugelstossen, 2 kg Diskus und, Achtung, 106,68 cm hohe Hürden. 1,07 m hohe Hürden. So hoch können viele andere Menschen nicht einmal springen. Und die Jungs haben dies zehn Mal nacheinander gemacht. Über 110 Meter. Und das mit Bravour. Überhaupt auch insgesamt können sich die beiden mit den Plätzen 68 (Valentin) und 87 (Cedrin) mehr als zufrieden geben bei 160 startenden (Männern). Denn ebenfalls nicht entgegenkommen ist ihnen der Zeitplan. Der Start erfolgte erst am Samstag um 16 Uhr, der abschliessende 400 Meter Lauf bei strömendem Regen, Wind und Gewitter erfolgte so um 20 Uhr. Vielleicht wars auch 21 Uhr. Es war auf jeden Fall dunkel und kalt. Ich habe tiefsten Respekt vor diesen beiden Jungs. Denn wer kann schon von sich behaupten, einen Zehnkampf mit Originalgewicht und -höhen absolviert zu haben? Nicht viele auf dieser Welt. Ich auch nicht. Und wer bereits mit 16 Jahren? Gesehen? Da habt ihrs.

Sechskampf

Einen Tag vorher standen Dario Meier (2003), Florian Schmid (2000) und die beiden Oldies Michael Lampart (1988) und ich (1984) beim Sechskampf im Einsatz. Wir hatten das Vergnügen, bei schönstem Sommerwetter die Disziplinen 100 Meter, Kugelstossen, Speerwurf, Hochsprung, Weitsprung und 1000 Meter zu absolvieren. Es war ein gemütlicher und sehr schöner Wettkampf mit einer amüsanten Truppe. Hervorzuheben von diesem Tag gilt es bestimmt den 1000 Meter Lauf von Michi. Er hat zwar mal angedeutet, dass er einige Intervalltrainings absolviert hat im Vorfeld, so richtig geglaubt habe ich ihm das aber nicht, hat er doch noch nie eine gute Beziehung zum 1000 Meter Lauf gepflegt. Mit anderen Worten: Er hat den abschliessenden Lauf immer gehasst. Davon war in Aarau aber nichts mehr zu sehen. Wie vom Affen gebissen oder wie die Feuerwehr, halt wie sBisiwetter, ist er ab und hat sich an die Fersen von Florian geheftet. Und da ist er auch bis zum Schluss geblieben. Mit grossen Schritten, als hätte er das schon sein ganzes Leichtathletenleben lang getan. Für mich, einige viele Meter dahinter, war es eine reine Freude den beiden beim Laufen zuzusehen. Ein grosses Kompliment an Michi zu dieser Leistung am Ende des Sechskampftages und zu seinem guten Sechskampfresultat. Herzlichen Glückwunsch auch an Flo zu seiner Auszeichnung (176. Rang von 916 Platzierten).

Ebenfalls gratulieren möchte ich noch Bruno (Rang 62) und Werner Schmid (Rang 13) zu ihren absolvierten Zehnkämpfen. (Leider starteten die beiden für Urnäsch und nicht für den TV Herisau.) Was die Leistung aber selbstverständlich nicht mindert. 😉

Vereinswettkampf

Was war sonst noch so auf dem Programm an diesem Eidgenössischen Turnfest? Natürlich der Vereinswettkampf am zweiten Wochenende. Beim Vereinswettkampf geht es kurz gesagt darum, möglichst viele Turner eines Vereins versuchen in möglichst vielen Disziplinen möglichst hohe Noten zu erreichen. Die 10 ist das Maximum. Beim dreiteiligen Vereinswettkampf also die Endnote 30. Wir TV Herisau Leichtathleten starteten in der Pendelstafette um 7:54 Uhr (Note 9.44). Eine sackstarke Leistung, sind wir doch wieder nur mit Juniorinnen und Junioren angetreten an diesem Turnfest – und einem Senior. Beim Hochsprung lief es leider allen nicht sehr rund. Komm, wir geben jetzt mal dem Regen und der komischen Anlage die Schuld. Einmal darf man das. Ergebnis: 8.25. Ganz anders lief es (sich) auf der Rundbahn. Zwar mit Note 9.52 die erhoffte 10 verpasst, dennoch die vereinsinterne Bestnote erreicht. Beim Weitsprung haben wir dann aus dem Vollen geschöpft und alle Turnfestteilnehmer noch einmal springen lassen, was dennoch eine gute 8.54 eingebracht hat. Gar noch etwas besser schnitt die Seniorentruppe im Kugelstossen ab. Ursina und Alex Ludwig, Michael Lampart und ich (alles alte Säcke (Sorry, Leute) die einmal pro Jahr ihre Wettkampfdresses aus dem Kleiderschrank holen), warfen sich in den Ring (teils wortwörtlich) und bombten die Kugeln auf die Note 8.86. Zusammen mit der Note aus dem Fachtest Allround (7.55) erreichten wir schlussendlich den 140. Rang von 441 Vereinen mit der Endnote 25.72.

Über alles gesehen, aus leichtathletischer Sicht, ein durchaus gelungenes Eidgenössisches Turnfest und eine aussergewöhnliche und wertvolle Erfahrung für alle Athletinnen und Athleten.

Einen speziellen Dank möchte ich noch Flo Schmid aussprechen, für seine Organisations- und Betreuungsunterstützung während den 4 Wettkampftagen an beiden Wochenenden. Wenig Schlaf, viele Gehkilometer, etliche Stunden auf dem Wettkampfplatz, lange Zugreisen, enge Busreisen, viele Fragen, hohe Ausgaben und und und auf sich zu nehmen, sind wirklich keine Selbstverständlichkeit. Vielen Dank!

Ich freue mich schon aufs Turnfest 2020 in Teufen, wenn’s im eigenen Kanton um den Sieg geht.

Kevin

Resultate:

Leichtathletik Männer 6-Kampf (916 Teilnehmer)

176. Florian Schmid 3666 Pt.  (10. Rang Jahrgang 2000)
192. Michael Lampart 3620 Pt. (13. Rang Jahrgang 1988)
292. Kevin Jaggi 3477 Pt. (3. Rang Jahrgang 1984)
676. Dario Meier 2890 Pt. (21. Rang Jahrgang 2003)

Leichtathletik Männer 10-Kampf (160 Teilnehmer)

13. Werner Schmid (1999) 5714 Pt.
62. Bruno Schmid (1999) 4558 Pt.
68. Valentin Hofstetter (2003) 4471 Pt.
87. Cedrin Schlager (2002) 4059 Pt.

Vereinswettkampf Pendelstafette: 9.44
Hochsprung: 8.25
800 Meter Lauf: 9.52
Weitsprung: 8.54
Kugelstossen: 8.86